Der “Turnverein Pottenhausen“ wird gegründet. Die Gründungsmitglieder sind: Friedrich Landwehr, Emil Bremer, Wilhelm Büker, Friedrich Wedderwille, Richard Friedrichs, Adolf Koch, Franz Thiel, August Kramer, Heinrich Kramer “Aus dem im Oktober 1912 gegründeten Turnverein Pottenhausen ist durch Übertritt in den Arbeiter-Turn- und Sportbund am 19.08.1919 der Arbeiter-Turnverein geworden. In der Statistik des Verbandes ist 1920 die Mitgliederzahl mit 39 vermerkt, davon 30 Turner und 9 Knaben. Bereits in der nächsten Statistik 1921/23 ist der Arbeiterturnverein nicht mehr aufgeführt; vermutlich sind die meisten Mitglieder dem 1921 gegründeten Arbeiter-Radsportverein “Solidarität“ Pottenhausen und dem Wanderverein “Naturfreunde“ beigetreten. Die überzeugten Turner verblieben in dem bestehenden Turnverein, der bis 1923 nach den Unterlagen der Deutschen Turnerschaft/Lippischer Turngau als Turnverein Siekkrug und ab 1924 als Turnverein Sylbach aufgeführt wurde.“ (vergl.: Rolf Schwegmann, Arbeitersport in Lippe, Verlag: Dr. Hans Jacobs, Lage 1991) Unser ältestes zur Verfügung stehendes Bild zeigt die gemischte Turnriege am Siekkrug um 1920
.
Heinrich Thies (93 Jahre) erinnert sich in seinen persönlichen Aufzeichnungen von 1998: “In den 20er Jahren gab es hier in Pottenhausen mehrere Sportvereine.... Wir haben immer unten im Dorfe gespielt, denn wir haben die Kuhweiden als Plätze genutzt. Es wurden zwei Bohnenstangen in die Erde gerammt, Bänder darüber gespannt, und schon waren die Tore fertig. Tagsüber waren Kühe drin, sodaß wir erst die Kuhfladen wegmachen mußten, und hatten wir mal einen vergessen, dann flogen uns die halben Fladen um die Ohren. Es waren oft 15 – 20 Mann da; ich wurde meistens als Schiedsrichter gebraucht. Dann kam das Jahr 1928. Wir trafen uns im Siekkrug oder einer Bauernscheune, egal, der Verein wurde gegründet. Als erster Vorsitzende wurde August Pott, als Schriftführer W. Schulze auch als Kassierer, Sportwart wurde Alfred Schierk, als technischer Leiter, daß heißt Spiele besorgen und so Verbandsangelegenheiten Heinrich Thies gewählt. Dem Vorstand zur Seite standen noch W. Niestraht, als Jugendwart Fritz Eikensträter. Als Vereinslokal wurde der Siekkrug bestimmt. Gespielt wurde schon auf dem Gelände des heutigen Sportplatzes....“. In den “amtlichen“ Recherchen von Rolf Schwegmann ist nachzulesen: “Der im Jahre 1928 gegründete Verein für Leibesübungen war zunächst Mitglied im Rasensportverband und trat nach einer Meldung im Volksblatt Detmold vom 17.09.1929 dem Arbeiter-Turn- und Sportbund bei. Dort beteiligte man sich mit einer Mannschaft an den Serienspielen und ebenfalls mit einer Jugendmannschaft. Die Erste Mannschaft spielte in der Saison 1930/31 in der 3. Gruppe der 4. Klasse; eine Saison später in der 3. Klasse.... Auf jeden Fall scheint in dieser Anfangszeit das Vereinsleben von Alfred Schierk und dem technischen Leiter Heinrich Thies bestimmt gewesen zu sein....“ (Rolf Schwegmann, a.a.O.) Die mit sehr viel Eigenleistung kultivierte “Sandwüste“ in der Nähe des Siekkrugs (der heutige Sportplatz) wird als Spielfeld hergerichtet. Von der ersten Senioren-Mannschaft sind uns heute noch folgende Spieler bekannt: W. Nolte, G. Nolte, A. Hillebrenner, A. Biermann, A. Prante, K. Büker, F. Büker, A. König, F. König, A. Schierk, A. Stegemann, H. Beckmann, A. van Koten und H. Thies.
Schon bald kann auch eine Jugendmannschaft um Punkte kämpfen. Das Bild zeigt die jugendlichen Kicker mit ihren Betreuern.

Hintere Reihe, v. l.: Heinrich Beckmann, Heinz Wicke, Egon Wellner, Gustav Schulze, Albert Meier, Willi Windmann, Jugendleiter Fritz Eickensträter; mittlere Reihe, v. l.: Heinrich Gronemeier, Herbert Büschenfeld, Adolf Bökehof; vordere Reihe, v. l.: Fritz Rottschäfer, Wilhelm Beermann, Willi Hillebrenner Der größte Erfolg der Jugendmannschaft ist die Lippische Kreismeisterschaft mit einem 2 : 1 Sieg über BV Lemgo.
Wenige Monate nach der Machtübernahme durch das nationalsozialistische Regime wird jedes freie, demokratische Vereinsleben in Deutschland unterdrückt und verboten. Auch der VfL Pottenhausen muß bald seinen Vereins- und Spielbetrieb einstellen. Historische Einzelheiten dieses Prozesses liegen uns leider nicht vor.
Der Nationalsozialismus und der 2. Weltkrieg haben tiefe Wunden hinterlassen. Trotz großer Schwierigkeiten, die wir als nachfolgende Generation heute kaum noch nachvollziehen können, treffen sich engagierte Sportsfreunde und gründen den Verein neu. Der erste Vorstand setzt sich zusammen aus: Heinrich Thies, Simon Rieke, Heinz Wille, Wilhelm Schulze, Peter Jensior und Georg Petersen. Die Seniorenmannschaft des VfL besteht zunächst aus den “älteren Herren“, da eine Reihe jüngerer Spieler gleich nach dem Krieg den Nachbarvereinen RSV Waddenhausen und BSV Holzhausen beigetreten sind. Unsere Spieler “der ersten Stunde“ sind H. Ludwig, P. Kramer, S. Rieke, H. Cuje, J. Cuje, P. Jensior, G. Strate, K. Korf, K. Schwarz, H. Kley, E. Schalk, A. Witte, O. Kricke und H. Tasche.
1948 In den ersten Nachkriegsjahren erfreut sich der Damenhandball großer Beliebtheit. Der VfL erkennt die Zeichen der Zeit und gründet eine Damenhandball-Abteilung, die sich drei Jahre mit beachtlichen Erfolgen in der damals bestehenden 1. und 2. Kreisklasse behauptet.
Die Bilder zeigen:
-eine unserer ersten Senioren-Mannschaften der Nachkriegsjahre

Hintere Reihe, v. l.: Hans Wültner, Heinz Schulze, Helmut Beckmann, Friedel Schulze, Fritz Beckmann; mittlere Reihe, v. l.: Karl-Heinz Gerstenberg, Albert Klei, Willi Schulze; untere Reihe, v. l.: Heinrich Austmann, Erich Schalk, Anton Jensior
-unsere Damen-Handballabteilung 1950

Hintere Reihe, v. l.: Friedchen Hansmeier, Lilli Brune; mittlere Reihe, v. l.: Betreuer Heinz Wille, Mariechen Landwehr, Wera Becker, Luise Wille, Ruth Kuhn, Gertrud Landwehr, Liesbeth Sormann, Hilde Landwehr; vordere Reihe, v. l.: Gertrud Schulze, Charlotte Schmidt, Christa Kuschel
Fast alle Spieler sind inzwischen zum VfL zurückgekehrt. Somit ist es möglich, auch eine Reservemannschaft aufzustellen. Ebenso können jetzt eine Schüler- und eine Jugendmannschaft den Spielbetrieb aufnehmen.
Die ersten Spieljahre unserer Senioren-Mannschaft sind nicht gerade erfolgreich. Bis 1951 müssen wir meistens die “rote Schlußlaterne“ der 2. Kreisklasse halten.
Einige talentierte Nachwuchsspieler aus der Jugend rücken in die 1. Mannschaft auf; es können mittlere Tabellenplätze eingenommen werden. Leider gibt es für den Verein wieder einige Rückschläge: Aktive Spieler verziehen in andere Orte oder hängen den Leistungssport “an den berühmten Nagel“. Die 2. Mannschaft stellt ihren Spielbetrieb leider ganz ein.
Nach Heinrich Thies und Karl Keim wird Simon Rieke zum 1. Vorsitzenden gewählt. In Zusammenarbeit mit Willi Schulze und Gustav Fellensiek wird der Spielbetrieb nur durch einen vorbildlichen persönlichen Einsatz aufrechterhalten.
Simon Rieke kann aus persönlichen Gründen sein Amt nicht mehr weiterführen. Ein neuer Vorstand wird gewählt. Junge Leute rücken nach vorn: Wilhelm Ruthe, 1. Vorsitzender Gustav Fellensiek, Fußballobmann Wilfried Wiebusch, Kulturwart Ernst Fellensiek, Geschäftsführer Die Vereinsarbeit steht jetzt auf einer breiteren Basis und nimmt einen stetigen, merklichen Aufschwung. Neue Trainingsgeräte werden angeschafft und das Spielfeld neu abgegrenzt. Unter der Regie von Kulturwart Wilfried Wiebusch werden jährlich Feste veranstaltet, von denen heute noch die “Strahlende Nacht am Werrestrand“ zumindestens bei den Älteren in guter Erinnerung ist.
In der Jahreshauptversammlung treten erneut einige Änderungen in der Zusammensetzung des Vorstandes ein: Ernst Fellensiek wird zum 1. Vorsitzenden und Paul Rothgänger zum Jugendleiter gewählt.
Die 1. Mannschaft erkämpft die Meisterschaft in der Gruppe West der 2. Kreisklasse und somit den Aufstieg in die 1. Kreisklasse Lemgo. Mit Siegen über die anderen Gruppenbesten wird auch die Kreismeisterschaft erreicht. Das Bild zeigt die Meistermannschaft von 1958:

Heinz Berkemann, Werner Luig, Wilfried Schulze, Hans Wültner, Harald Schlink, Manfred Dröse, Heinz Schulze, Mathias Fitzian, Günter Beckmann, Rolf Beermann, Werner Windmann, Gerhard Kuhn, Willi Schlinkheider
Erfreulicher Weise kann in diesem Jahr erstmals eine “Alte-Herren-Mannschaft“ aufgestellt werden. Auch die intensive Arbeit von Paul Rothgänger trägt ihre Früchte: Neben der Jugend- und Schülermannschaft kann eine Knabenmannschaft aufgestellt werden. Eine rege Teilnahme an den Veranstaltungen des Kreises und auf Sportfesten bei Nachbarvereinen setzt ein. Neben dem Fußballspielen kommt auch die Leichtathletik nicht zu kurz. Während der Sportwerbewochen werden die Dorfmeister im Dreikampf ermittelt. Die meisten Titel erringt Manfred Dröse. Die ersten Schritte zum Bau eines Umkleide- und Sporthauses werden eingeleitet. Nach langwierigen Verhandlungen mit der Gemeinde Waddenhausen, der Gutsverwaltung Iggenhausen und der Gemeinde Pottenhausen kann jedoch erst im Jahre
mit dem Bau des Sporthauses begonnen werden. Es wird auf dem Gelände am Siekkrug errichtet. Die Finanzierung übernimmt die Gemeinde Pottenhausen. Selbstverständlich wird ein großer Teil der Arbeiten wiederum von Vereinsmitgliedern übernommen.
Zum Sportfest wird das Sporthaus eingeweiht.
Der Sportplatz muß gründlich saniert werden. Er wird planiert, auf die üblichen Maße vergrößert, neu eingesät und neu umgrenzt. Am Eingang wird ein Kassen- und Gerätehäuschen errichtet. Die Gemeinde Pottenhausen übernimmt wiederum die Kosten für den Einsatz der Maschinen und sämtlicher Anschaffungen. Alle Arbeiten werden durch die Vereinsmitglieder, insbesondere der aktiven geleistet.
Der Verein kommt zu der Überzeugung, daß die Seniorenmannschaften ohne einen geschulten Übungsleiter nicht mehr auskommen können. Friedhelm Götemann übernimmt als Spieler der 1. Mannschaft das Training der Senioren. Erwähnt werden muß, daß er den größte Teil seiner geringen Entschädigung für die Sportbekleidung der Spieler aufwendet. Weitere Trainer sind seitdem in unserem Verein tätig.
Ein wichtiges Jahr für unseren Verein! Erstmals wird ein Spiel gegen eine aus-ländische Mannschaft ausgetragen. Durch Vermittlung unseres Ehrenmitgliedes Albert Münder können wir Kontakt zum FC de Kempen aus Belgien aufnehmen. Seitdem sind diese Begegnungen fester Bestandteil unserer Vereinsarbeit. Im Wechsel finden Besuche in Belgien bzw. Pottenhausen statt. Diese sportliche Zusammenarbeit hat 13 Jahre Bestand bis 1978.
Unser 40jähriges Vereinsjubiläum wird gefeiert. Das ganze Dorf und viele Nachbarvereine beteiligen sich an unseren sportlichen und geselligen Veranstaltungen. Ein fußballerischer Leckerbissen ist das Freundschaftsspiel der Frankfurter Eintracht (Bundesliga) gegen eine verstärkte Elf des SuS Lage. Das schönste Jubiläumsgeschenk aber bereitet die 1. Mannschaft dem Verein: “Man darf gratulieren – Pottenhausen ist Meister. Nach 10-jähriger Zugehörigkeit zur 1. Kreisklasse wird der Aufstieg in die Bezirksklasse geschafft" (Lippische Landeszeitung) Die Meistermannschaft: K. Echterhof, D. Ludwig, H.-H. Landwehr, F. Götemann, G. Beckmann, U. Möller, M Dröse, G. Tomasch, H. Schmidt, D. Kuhn, R. Beermann und E. Schulze. Unsere Seniorenspieler im Jubiläumsjahr 1968:
An dieser Stelle sei allen jenen Spielern gedankt, die durch ihren unermüdlichen Einsatz dem VfL immer neue Impulse geben. Besondere Leistungen erbringen am:
3. November 1968: Manfred Dröse (500 Spiele)
15. Dezember 1968: Dieter Ludwig (300 Spiele)
30. März 1969: Günter Beckmann (600 Spiele)
6. Mai 1973: Manfred Dröse (700 Spiele)
2. September 1973: Dieter Ludwig (500 Spiele)
11. November 1973: Helmut Schmidt (500 Spiele)
8. Dezember 1974: Friedhelm Götemann (500 Spiele)
Unsere 1. Mannschaft kann sich insgesamt 3 Spielserien in der Bezirksklasse halten. Auch nachträglich freuen wir uns über diese guten sportlichen Leistungen unserer 1. Mannschaft in der Bezirksklasse. Dennoch müssen wir feststellen, daß die Bezirksklasse für einen relativ kleinen Dorfverein ohne fremde Spieler immer nur die Ausnahme sein kann und meistens nur zeitlich begrenzt ist.
Ein Meilenstein für die weitere Entwicklung unseres Vereins! “Heute ist ein großer Tag für diese kleine Gemeinde“, sagt Oberregierungs- und Schulrat Karl Roth am Tage der Einweihung unserer neuen Turnhalle. Die umworbene Braut Pottenhausen hält für die Stadt Lage mit diesem Sportzentrum eine gute Mitgift bereit. Was hier gebaut wurde, ist kein kommunalpolitisches Prestigeobjekt.“ Aber, so fügen die Chronisten gern hinzu: Dieser Turnhallenneu-bau ist eine kommunalpolitische Spitzenleistung des damaligen Pottenhauser Gemeinderates mit seinem engagierten und weitsichtigen Bürgermeister Ernst Fellensiek an der Spitze. Rückblickend können wir heute feststellen, daß alle, die an den Erfolg geglaubt und für diesen gekämpft haben, mehr als zufrieden sein können: Die Turnhalle mit ihrem Jugendraum ist nicht nur für den VfL, sondern auch für alle anderen Vereine und für die ganze Gemeinde Pottenhausen zu einem lebendigen Sport- und Begegnungszentrum geworden.
Ein stolzer Tag für den VfL: Das erste Spiel unter Flutlicht wird heute ausgetragen. Als dann wenig später die Strahler der Flutlichtanlage entwendet werden, müssen sich unsere Spieler vorübergehend anderweitig behelfen:

Unsere 1. Mannschaft belegt gute Mittelplätze in der 1. Kreisklasse.
Die 1. Mannschaft erringt die Stadtmeisterschaft von Lage. Durch ein dramatisches Elfmeterschießen wird der BSV Müssen mit 7 : 5 Toren bezwungen.
“Im Westen nichts Neues“: Die 1. Mannschaft belegt weiterhin einen guten Mittelplatz in der 1. Kreisklasse. Wenn im Rahmen dieser kleinen Chronik überwiegend von der 1. Fußballmannschaft die Rede ist, so vergessen wir darüber nicht die anderen Mannschaften, die nicht so sehr im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen. Denn letztlich geht es ja nicht um den Erfolg in einer bestimmten Leistungsklasse, sondern um das Fußballspiel als ein möglicher Weg zur Körperertüchtigung und als ein Beitrag zur Sozialerziehung
Wir feiern unser 50jähriges Vereinsjubiläum. Erstmalig wird ein Landesligaturnier für die lippischen Spitzenmannschaften der Landesliga und Bezirksklasse durchge-führt. Dieses Turnier erlangt im Laufe der Jahre einen sehr guten Ruf und bleibt bis 1995 fester Bestandteil im Terminkalender dieser Mannschaften. Auf der Festveranstaltung werden unsere “Pioniere“ Heinrich Thies und Wilhelm Ruthe zu Ehrenmitgliedern ernannt. Im Jubiläumsjahr werden weitere Veranstaltungen angeboten: Wandertag, Dorf- und Vereinsmeisterschaft im Tischtennis und Waldlauf. Letztmalig besuchen uns unsere Sportsfreunde vom FC de Kempen (Belgien). Leider bestehen zu Zeit nur noch einzelne persönliche Kontakte. Aus bescheidenen Anfängen entwickelt sich langsam eine erfolgreiche Volleyballabteilung.
Zum ersten Mal in Pottenhausen: Drei fußballspielende Seniorenmannschaften zu Beginn der Serie 1980 / 81. Von der Gymnastikabteilung wird im Herbst des Jahres ein Schauturnen in unserer Turnhalle veranstaltet. Viele Zuschauer und ein breitgestreutes Teilnehmerfeld von Kindergartenkindern bis zur Alt-Herren-Riege sind Garanten für ein erfolgreich verlaufenes Schauturnen.
Gustav Fellensiek scheidet nach 30jähriger aktiver Mitarbeit als Betreuer, Sozial-wart und Geschäftsführer aus dem Vorstand aus. Der VfL hat ihm viel zu verdanken! In Anerkennung seiner Verdienste wird er zum Ehrenmitglied ernannt.
Fehlender Nachwuchs und der Geburtenrückgang machen sich auch in Pottenhausen bemerkbar. Zu Beginn der Serie 1982 / 83 wird die Jugendspielge-meinschaft Waddenhausen/Pottenhausen gegründet.
Erste Erfolge in der Zusammenarbeit im Jugendbereich mit dem RSV Waddenhau-sen stellen sich ein: Die F- und die E-Jugend werden Stadtmeister von Lage; die E-Jugend darüber hinaus Kreismeister in der Halle. Erfolgreich ist auch die C-Jugend. Am Serienende ist sie Meister der 3. Kreisklasse. Turbulent verläuft das erste Serienspiel der D-Jugend. “Alle 115 Sekunden ein Tor, 26:0 gegen Fortuna Lage“, so lautet die Schlagzeile in der Lippischen Landeszeitung. Personalnot hinterläßt auch im Seniorenbereich ihre Spuren: Die 3. Mannschaft wird zurückgezogen; die 1. Mannschaft steigt leider in die Kreisklasse B ab.
Die AH-Abteilung richtet erstmals die Stadtmeisterschaft aus.
Eine Ära geht zu Ende! Nach 27 Jahren Vorsitz Generationswechsel im VfL: Ernst Fellensiek kandidiert nicht mehr für den Vorsitz. Es würde den Rahmen dieser kleinen Chronik sprengen, wenn wir all seine großen und kleinen, seine sichtbaren und unsichtbaren Verdienste für unseren Verein auflisten wollten. Als Dank und Anerkennung für seine sportliche, organisatorische und personelle Führungsarbeit wird er von der Mitgliederversammlung zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Zu seinem Nachfolger wird Manfred Stölting gewählt; alle guten Wünsche begleiten ihn!
Erfolg und Mißerfolg liegen im Sport dicht beieinander. Die 1. Mannschaft steigt in die Kreisliga C ab. Erich Kelle muß leider mitteilen, daß die Übungsstunden im Kinderbereich eingestellt worden sind. Ein Neuanfang soll in Zusammenarbeit mit dem Kindergarten Pottenhausen gestartet werden. Erfolgreicher ist die Jugendspielgemeinschaft: Die A- und B-Jugend werden Meister in ihren jeweiligen Spielklassen und steigen in die Kreisliga B bzw. Kreisliga A auf. Einen großartigen Erfolg erzielt auch die Volleyballabteilung. Die Damenmann-schaft schafft den Aufstieg in die Bezirksliga, die Herrenmannschaft den Aufstieg in die Bezirksklasse. Erfreulich ist die Gründung einer gemischten Badminton-Gruppe zu vermelden.
Dieses Jahr steht ganz im Zeichen unseres 60-jährigen Vereinsjubiläums. Das erstmals durchgeführte “Spiel-, Sport- und Spaßfest“, das mit viel Engagement und spritzigen Ideen vorbereitet ist, wird von der Pottenhauser Bevölkerung sehr gut angenommen.

Der gesellige Höhepunkt unserer Jubiläumswochen ist der Festkommers am 8. Juli unter Einbeziehung des Männergesangvereins und des Blockflöten-Kreises.
Zu den sportlichen Glanzlichtern dieses Jahres zählt das Landesliga-Turnier und die von Helmut Schmidt vorbildhaft organisierte Stadtmeisterschaft für die “Alt-Herren“
Die Positivmeldung: Das Damenturnen entwickelt sich zu einer tragenden Säule unserer sportlichen Aktivitäten. Am Training der neuen Jazz-Tanzgruppe nehmen regelmäßig 30 – 35 Sportlerinnen teil. Die Negativmeldung: Aus Spielermangel muß die A- und B-Jugend abgemeldet werden; die C-, D- und E-Jugend können durch den RSV Waddenhausen betreut werden. Auf der Jahreshauptversammlung am 23.02.1991 warnt Jürgen Gottwald “vor einem Bankrott der Jugendabteilung“, er macht unmißverständlich deutlich, daß hier die Grundlagen für die zukünftigen Senioren-Mannschaften liegen.
Im Frühjahr startet das Mutter/Vater-Kind-Turnen unter Leitung von Marion Oehmichen. Ab April wird wieder gewandert. Horst Gehrmann hat viele Routen ausgearbeitet, um interessierte Wanderfreunde zu begeistern. Die “Minikicker“ unter Leitung von Stefanie Pook verzeichnen einen ständigen Zuwachs. Neben dem Turnen und Spielen werden auch kleine Tänze eingeübt. Eine Artistikgruppe läuft mit ca. 6 – 7 Personen an.
Der deutlich erkennbare Strukturwandel unseres Vereins wird auf der JHV offen diskutiert. Vorsitzender Manfred Stölting bringt es auf den Punkt: “Die Zukunft des Vereins sollte nicht negativ gesehen werden. Der Trend geht vom überwiegend ballspielenden Verein hin zum Verein mit großen Freizeitangeboten. Dieser Trend muß erkannt und bejaht werden; er ist wichtig für den Fortbestand des VfL.“ Am 20. März findet eine in jeder Beziehung gelungene Sport-Show in der Turnhalle statt. Der “VfL stellt sich vor“; unter diesem Motte zeigen 10 verschiedene Gruppen mit ca. 100 Aktiven ihr sportliches Können. Die Veranstaltung war gut besucht, und die Gäste waren beeindruckt von der sportlichen Vielfalt des Vereins. Erich Kelle kann auf sein 25-jähriges Jubiläum als Vorturner zurückblicken. Dank und Anerkennung für sein sportliches, fachliches Können und für sein Engagement im Verein werden ihm von allen Seiten ausgesprochen.
Die ersten Gespräche über eine Fusion der Fußballabteilungen des VfL Pottenhau-sen und des RSV Waddenhausen werden geführt. Die Volleyballabteilung mit 70 aktiven Spielern ist zur Zeit “Highlight“ unseres Vereins. Das “Spiel ohne Grenzen“ verdeutlicht u.a. den strukturellen Wandel: Spielerische und unterhaltende Elemente bestimmen das Angebot. Dieser Mix wird angenommen und findet ein breites aktives und passives Publikum. Das Sommerfest im Zelt ist der krönende Abschluß.
Die Fußballabteilungen des VfL Pottenhausen und RSV Waddenhausen schließen sich zur “FSG 95 Waddenhausen/Pottenhausen“ zusammen und gründen damit einen neuen Verein. Im Sommer wird letztmalig eine Sportwerbewoche im klassischen Sinne durchgeführt.
Auf der JHV im März deutet sich ein weiteres Ende einer erfolgreichen Laufbahn an: Erich Kelle kündigt seinen Rücktritt als Übungsleiter an. Seine Nachfolgerin für das Damen-Turnen wird Inge Reiß. Als ausgebildete Übungsleiterin führt sie seitdem mit viel Sachverstand und Können die Frauenriege und läßt bei ihrer gesundheitsorientierten Gymnastik auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommen.
Am 15. März findet das großartige Schauturnen statt. Dieses Ereignis wird zum Anlaß genommen, Erich Kelle zum Ehrenmitglied des VfL Pottenhausen zu ernennen. Außerdem erhält er am 25. April die “Silberne Ehrennadel“ des KSB Lippe. Der Wandertag “Rund um die Waddenhauser Seenplatte“ wird zu einem fröhlichen Nachmittag und endet mit einem zünftigen Grillabend am Gemeindehaus. Nach den Osterferien beginnt Dirk Walter mit seiner “Herrlich Fit“ - Gruppe. Sport und Spaß unterlegt mit fetziger Musik bilden hier einen Einheit, damit (fast) jeder Streß und Ärger abgebaut und ausgeglichen werden kann.
Ab September wird ein anderer Interessentenkreis angesprochen: Das “Familienradeln in Pottenhausen“ erfreut sich große Beliebtheit.
Das Kinderturnen, Turnen/Gymnastik und Jazztanz können wiederum eine positive Jahresbilanz ziehen. Die meisten Aktiven der Volleyballabteilung wechseln zur VG Lage. Es bleibt eine Damenmannschaft und ein Teil der Jugendabteilung im VfL.
Die Attraktion des diesjährigen Kinderfestes ist die Kletterwand.
70 Radler nehmen an der „Tour de Pottenhausen“ teil.
Zu unserem 70-jährigen Vereinsjubiläum wird der Pottenhauser Bevölkerung wieder ein umfangreiches Schauturnen angeboten. Alle Aktiven erhalten an diesem Tag ein rotes T-Shirt mit einem Aufdruck auf Brust und Rücken: “70 Jahre VfL, VfL Pottenhausen Sport und Spaß“
Wiederum werden neue Ideen eingebracht und umgesetzt: Eine neue Abteilung wird aus der Taufe gehoben: “Shaolin Kempo“ mit Übungsleiter Marc Richard (Träger 4. Dan Kempo) findet viele Interessierte. Es handelt sich hier ursprünglich um eine fernöstliche Kampfsportart, deren Wiege hinter den Mauern des legendären chinesischen Klosters Shaolin liegt. Der Familienausflug führt zum “Pott’s Park“ Der Spielenachmittag im November zeigt eine neue Variante freizeitpädagogischer Angebote. Die diesjährige Weihnachtsfeier für die Kinder verbindet traditionelle und neue Wege: Der Auftritt der “Lila-Bühne“ (=Puppenbühne) ist ein mutiger Schritt – warum nicht?
Neben allen bewährten Aktivitäten wird erstmals eine Kegelmeisterschaft angeboten. Mitglieder und Nichtmitglieder, sowie die Kegelvereine des Siekkrugs führen einen sportlichen Wettkampf durch.
Wiederum geht eine Ära zu Ende. Nach 16 Jahren im Amt des 1. Vorsitzenden tritt Manfred Stölting auf der JHV am 11. März zurück. Dank und Anerkennung! Seine “Regentschaft“ wird untrennbar verbunden bleiben mit dem gelungenen Strukturwandel in inhaltlicher, organisatorischer und personeller Hinsicht. Annette Schulze wird einstimmig zur neuen Vorsitzenden gewählt. Mit ihrem gut eingespieltem Vorstands-Team leitet sie seitdem erfolgreich unseren VfL. Der neue “Tae-Bo-Kurs“ wird von Mechtild Paul angeboten. “Tae-Bo“ bedeutet: gemeinsam schwitzen, keuchen, Schlapp machen, durchhalten, Gewicht verlieren, hart sein, Spaß haben, Willenskraft stärken, Fitneß, an die eigenen Grenzen stoßen. Dieses Training mit verschiedenen Kampfsporttechniken ist für jedermann /frau geeignet, Tae-Bo muß man einmal selbst erfahren haben! 112 Kinder verbringen zur Zeit im VfL Pottenhausen ihre Freizeit. Das Kinderfest in Form einer “Familiade“ unter dem Motto “Eine Reise um die Welt“ wird im August zu einem der Höhepunkte in diesem Jahr.

Alle Gruppen und Kurse vermelden einen insgesamt guten Verlauf. Ab April gibt es eine spezielle Gruppe für Wirbelsäulengymnastik. Wegen fehlendem Nachwuchs stellt die Volleyballabteilung am Ende der Spielsaison 2001/2002 den Spielbetrieb ein. Einige Sport- und Tanzgruppen präsentieren ihr Können am 23. Juni anläßlich des Sommerfestes der Vereinsgemeinschaft auf dem Schulhof der “Irmela-Wendt-Schule“. Alle bekommen viel Beifall!

Zum Abschluß unserer kleinen Vereinschronik sei daran erinnert, daß es neben den besonderen sportlichen Angeboten seit vielen Jahren und zum Teil über viele Jahre immer wiederkehrende Veranstaltungen gab und gibt:
- die Osterfeuer-Aktion
- die Skatturniere am Jahresende,
- Tischtennismeisterschaften,
- Wandertage
- Familienfeste
Auch hier muß gesagt werden: Gerade das, was inzwischen so selbstverständlich anmutet, konnte und kann nur verwirklicht werden, weil sich immer wieder Vereinsmitglieder ehrenamtlich zur Verfügung stellen, sich für Kinder und Erwachsene in unserer Dorfgemeinschaft sportlich und damit sozial engagieren.